Krafttraining für Kinder – Ist das nicht schädlich?

Krafttraining für Kinder beim Hip Teens Abnehmcamp für Jugendliche

Es gibt Mythen, die sich trotz gegensätzlicher wissenschaftlicher Gegenbeweise hartnäckig halten. Dass Krafttraining schlecht für Kinder sei, ist einer davon. Ich will im Folgenden auf die häufigsten Einwände eingehen.

„Durch Krafttraining für Kinder verschließt sich die Wachstumsfuge verfrüht und die Jugendlichen bleiben kleiner.“

Diese Aussage hört sich beängstigend an, ist aber absolut unbegründet: Es gibt bisher keine einzige wissenschaftliche Studie, die diese Aussage belegt. Als Unterstützung für dieses Argument werden dann häufig Turner oder Gewichtheber herangezogen, von denen viele kleiner sind als der Durchschnitt. Doch genau so wenig wie Basketball spielen groß macht, macht auch Turnen / Gewichte heben nicht klein. Es ist in diesen Sportarten aufgrund der Hebelverhältnisse einfach nur von großem Vorteil, nicht zu groß zu sein.

Ganz im Gegenteil weisen die Studienergebnisse darauf hin, dass „high impact“ Belastungen, wie sie in Unterschiedlichen Sportarten und eben auch im Krafttraining auftreten, für das physiologische Knochenwachstum wichtig sind.

„Das Verletzungsrisiko bei Krafttraining für Kinder ist hoch.“

Gleich einmal vorweg: In jedem Sport können Verletzungen passieren. Wenn Sie allerdings denken, dass Krafttraining gefährlich ist, dann sollten Sie ihr Kind besser nie mehr Fußballspielen lassen. Das ist nämlich jene Sportart, mit den meisten Verletzungen, und das mit Abstand. Laut einer Untersuchung von Hamill und Kollegen in Großbritannien gibt es bei jungen Schulkindern im Fußball im Schnitt 6,2 Verletzungen pro 100 Stunden aktive Fußballspielzeit. Das heißt, dass sich im Schnitt alle 16 Stunden jemand beim Fußball verletzt. Gewichtheben, Krafttraining und Powerlifting hingegen haben unter Jugendlichen Verletzungsraten zwischen 0,0017 und 0,0035. Das entspricht einer Verletzung alle 28 157 Stunden.

Kinder können keine Muskeln aufbauen, weil ihnen das Testosteron fehlt.“

Haben Sie schon einmal ein Kind gesehen, das sich z.B. den Arm gebrochen hat und somit mehrere Wochen einen Gips tragen musste? Wenn der Gips vom Arm genommen wird, hat sich die Muskulatur sichtlich abgebaut. Wartet die Muskulatur dann bis zum Eintreten der Pubertät, bis er wieder zu wachsen beginnt? Nein, natürlich nicht. Dank des Wachstumshormons IGF-1 können auch Kinder lange vor der Pubertät Muskeln aufbauen. Durch Krafttraining wird auch genau dieses Hormon erhöht.

Darüber hinaus genügt auch ein Blick in die Praxis (z.B. in Turn- oder Gewichthebervereine), wo man sehr schnell feststellt, dass Kinder sehr wohl Muskulatur aufbauen können.

„Für Kinder ist das Training mit dem eigenen Körpergewicht besser als mit Gewichten.“

Sehr häufig bieten Gewichte oder Maschinen die Möglichkeit, eine Übung kontrolliert und mit weniger Gewicht durchzuführen, als das mit dem eigenen Körper möglich wäre. Zwei Beispiele: Wenn der Liegestütz noch zu schwer ist, weil die Rumpfstabilität nicht gehalten werden kann, ist Bankdrücken eine großartige Alternative, um die Bewegung zu lernen und langsam Kraft aufzubauen. Weiters bildet der Lat-Zug eine Gewichtsreduktion gegenüber einem Klimmzug.

Übrigens wirken bei Sprüngen auf den Boden von nur 20 cm Höhe Kräfte auf die Gelenke, die beim Krafttraining niemals erreicht werden.

Die Benefits des Krafttrainings für Ihr Kind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!)

  1. Krafttraining für Kinder vor der Pubertät bringt eine Erhöhung der Knochendichte, die durch Krafttraining im Erwachsenenalter nie mehr aufgeholt werden können. Die Wachstumsphase ist die entscheidende Zeit für die Knochenentwicklung, weshalb es so wichtig ist, bereits früh mit adäquatem Krafttraining zu beginnen.
  2. Anpassungen des Bindegewebes: Kinder, die Gewichtheben machen, haben dickere Sehnen, dickere Kreuzbänder und dickere Knorpel. Das heißt, sie sind auf anderen Belastungen wie z.B. Fußballspielen besser vorbereitet und weniger anfällig für Verletzungen.
  3. Das Gehirn braucht Bewegung um gut zu funktionieren. In vielen Studien der letzten 10 Jahre zeigt sich, dass im Durchschnitt sportlich aktive Kinder bessere schulische Leistungen erbringen.
  4. Krafttraining ist neben vielen anderen Formen der Bewegung ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten.
  5. Krafttraining verbessert die Performance in anderen Sportarten.
  6. Zusätzlich hat Krafttraining bei Kindern wie bei Erwachsenen positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

Quellen:

„Relative Safety of Weightlifting and Weight Training“, Brian P. Hamill, 1994

Gastbeitrag von Konrad Adamsmair

Konrad Adamsmair - The Fitness Guy

Über den Autor

Meine Mission ist es, Menschen auf dem Weg zu ihrem ganz persönlichen und individuellen Ziel mit dem für sie effektivsten Training zur Seite zu stehen.

Ich verhelfe Männer und Frauen zu einem Körper, den sie gerne im Spiegel ansehen. Durch Krafttraining bekommst du ein neues Körpergefühl und deine Fitness und Gesundheit wird auf ein neues Level gehoben.

In meiner Arbeit kombiniere ich neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung im Krafttraining. Und da der effektivste Trainingsplan nur hilft, wenn er auch gemacht wird, ist es mir ein großes Anliegen, dass dir das Training auch Spaß macht.

Durch abwechslungsreiche Übungen mit den unterschiedlichsten Utensilien (wie z.B. Kurzhanteln, Langhanteln, Kettlebells, Battlerope,…) und dem eigenen Körpergewicht bleibt die Motivation erhalten.

Website: https://thefitnessguy.at/

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